Mycoplasmen - Rickettsien

Die Mycoplasmen-Familie ist sehr umfangreich - hier stellen wir hauptsächlich die vor, die bi uns in Deutschland vorkommen. Die Rickettsienfamilie wurde in neuerer Zeit auch der Mycoplasmen-Familie zugeordent.

Etliche davon können auch als Mischinfektionen mit Borreliose auftreten und die Symptome z.B. von Ricettsia helvetica davon kaum zu unterscheiden.

Mykoplasmen sind die kleinsten und einfachsten bekannten Organismen, die sich selbst vermehren. Anders als die übrigen Bakterien besitzen sie statt der Zellwand nur eine dünne Membran und keine Zellwände. Die Klasse, der sie zugehören, wird deshalb auch als Mollicutes ("Weichhäuter") bezeichnet. Sie sind auf Wirtsorganismen angewiesen.

Ihre winzige Größe, Einfachheit und fehlende Zellwand und damit Verformbarkeit rüsten sie optimal für ihr Parasitendasein aus und ermöglichen es ihnen, sich eng an die Membranen der Wirtszellen anzuheften, bei Bedarf aber auch durch Gleitbewegungen mobil zu werden. Diese Überlebensmechanismen scheinen sehr effektiv zu sein - die Mollicutes sind schätzungsweise bereits 65 Millionen Jahre alt.
Da sie nur eine dünne Menbran haben statt Zellwände, nützen normale gebräuchliche Antibiotika bei denen nicht, da die meisten die Zellwände angreifen, die Mycoplasmen nicht haben. Es bedarf also spezieller Antibiotika, des ist auch wohl der Grund, warum viele Betroffene, die denken, sie hätten eine Borreliose und ausreichend Antibiotika geschluckt haben, keine Besserung verspüren.

 

Mehr zum Thema: https://www.gesundheit.de/familie/sex-und-partnerschaft/geschlechtskrankheiten/mykoplasmeninfektionen

Ricettsia helvetica - die deutsch/schweizerische Gattung

1.2.17; Borreliose-Symptome können auch eine Rickettsiose sein - Ricettsia helvetica

In einem neuen Bericht gefunden vom 12.10.16 aus dem hinterlassenen Archiv von dem in 2015 gestorbenen Entdecker der Lyme-Borreliose, Willi Burgdorfer gab es höchst Erstaunliches zu lesenn. Dieser erklärt sehr gut, wie die kontroversen Diskussionen in USA und Europa über die Lyme zustande kommen, nämlich weil sie von völlig unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen:
 https://www.statnews.com/2016/10/12/swiss-agent-lyme-disease-mystery/
Diesen Bericht beschreibt sehr gut die aktuelle Lage in Sachen Lymeborreliose (Lyme-Krieg), die sich offenbar in USA anders darstellt als bei uns in Europa - weil Rickettsia helvetica in den USA im Gegensatz zu hier wohl garnicht vorkommt, die haben in den USA andere Rickettsienarten. Kurz zum Thema ein paar Ausschnitte daraus:
Ganz wichtig! die Symptombeschreibung von R. helvetica ist fast identisch mit den Symptomen, wie sie hier als Lyme-Borreliose oder auch Lyme-Neuroborreliose ausgegeben wird!
Als Burgdorfer (gebürtiger Schweizer)  gestorben ist, wurden in seinen hinterlassenen Unterlagen seine Forschungsergebnisse über eine Bakterie "Schweizer Agent" (später Rickettsia helvetica) gefunden und von Wissenschaftlern neu ausgewertet (hat er 1978 auf einer Reise zurück in die Schweiz entdeckt, da wußte man aber noch nicht, dass  die auch Menschen befällt). Burgdorfer glaubte zuerst darin die Ursache von Lyme erkannt zu haben, hat diese Forschungen dann zurück in den USA nicht weiter verfolgt, da er sich auf die Erforschung der Lyme gestürzt hat. Man fand Notizen kurz vor seinem Tode, dass er das bereut hat, dass diese Forschungen untergingen in den USA - viele der Lyme-Borreliose-Fälle, die nicht der Norm entsprechen, mit 3-4 Wochen Antibiotika geheilt zu sein, können also alles Fälle von R.helvitica sein, evtl. zusammen als Co-Infektionen mit B. burgdorferi - mit den gleichen Symptomen, aber dadurch ergäbe es erst die oft ungeklärten schweren Fälle!
...Es ist mit einer Handvoll von plötzlichen Todesfällen von Herzerkrankungen, sowie Gesichtslähmung, Taubheit, Meningitis, chronische Muskelschwäche und vorübergehende Lähmung verbunden worden. Die Patienten beschreiben Symptome wie "Nebel im Gehirn" und Schwäche, intensive Angst, starke Muskelschmerzen und lähmende Kopfschmerzen. Viele Patienten sagen, dass sie viele Monate oder länger Antibiotika brauchten, um nach Jahren des Elends geheilt zu werden. ..
"Ausspruch Burgdorfer: Wenn Sie nach einem oder mehreren Agenten in einer Zecke suchen, können Sie andere übersehen, die zur Krankheitslast beitragen."
neue Literaturhinweise zu Rikettsia helvetica:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3569577/ - März 2013 "Seroreactivity for spotted fever rickettsiae and co-infections with other tick-borne agents among habitants in central and southern Sweden"
.. über Symptome wie Perimyokarditis und Meningitis wird berichtet [5-10]. Eine weitere Rickettsia, R. felis, deren Hauptreservoir und -vektor Katzenflöhe (Ctenocephalides felis) sind, wurde bislang in keinem Vektor in Schweden berichtet, obwohl in zwei Fällen eine Meningitis verursacht wurde [11].
und noch ein Link aus 2006, wo Rickettsien noch ziemlich unbekannt waren:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3322002/
... "Wir isolierten einen gefleckten Fiebergruppe Rickettsialorganismus von einem Patienten mit subakuter Meningitis. Nucleotidsequenzen der 16S rRNA, ompB und 17kDa Gene identifizierten das Isolat als R. helvetica. Dieser Organismus kann mit schweren Infektionen wie Erkrankungen des zentralen Nervensystems assoziiert sein".
Ende Bericht

Rickettsia conorii

Das Mittelmeer-Zeckenstichfieber ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Rickettsia conorii hervorgerufen und durch Zecken übertragen wird. Die Erkrankung ist auch unter folgenden Namen bekannt:Altweltzeckenfieber, Mediterranes Zeckenstichfieber, Fièvre Boutonneuse, Mediterranes Fleckfieber, Afrikanischer Zeckentyphus, Afrikanisches Zeckenstichfieber. Da nach dem Zeckenstich bis zu 2 Wochen vergehen können, bis die ersten Symptome auftreten, bringen viele Betroffene die Erkrankung nicht mit dem Zeckenstich in Verbindung. Nur etwa jeder 3. erinnert sich an einen vorhergehenden Zeckenstich.
Weitere Infos: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/mittelmeer-zeckenstichfieber/was-ist-mittelmeer-zeckenstichfieber/

 

Rickettsia raoultii

Rickettsia raoultii kommt vor allen in Auwaldzecken (Dermacentor reticulatus) vor, die auch in Deutschland endemisch sind.

Wie bei allen Rickettsien handelt es sich bei Rickettsia raoultii um einen obligat intrazellulären Erreger. Rickettsien dringen in das Zytoplasma von eukaryotischen Wirtszellen (meist Endothelzellen) ein, weil sie dort vor dem Immunsystem des Wirts geschützt sind. Dort findet auch ihre Vermehrung statt.

 

Mycoplasma fermentans

Mycoplasma fermentans ist ein Bakterium aus der Familie der Mycoplasmataceae und bewohnt als Kommensale den Genitaltrakt.

Sie verfügen über keine Zellwand, weswegen das Bakterium nicht nach Gramfärbung anfärbbar ist. Dies ist auch der Grund dafür, wieso Beta-Laktam-Antibiotika erfolglos sind, da diese ja nur auf Bakterien wirken, die eine Zellwand mit einer Mureinschicht aufbauen können. Auch das im Endosom vorkommende Enzym Lysozym, das normalerweise die Zellwand von Bakterien angreift und zerstört, bleibt hier ohne Wirkung. Da Mykoplasma fermentans aufgrund eines veränderten Stoffwechsels keine Cholesterolsynthese betreiben können, brauchen sie dieses zum Wachstum aus der Wirtszelle.

Diagnostik

Antikörper werden frühestens nach 7 Tagen gefunden. In der Regel sind sie nach zwei Wochen nachweisbar. Beweisend ist ein 4-facher Titeranstieg. Der Goldstandard ist die Bestimmung mittels indirektem Immunfluoreszenztest (IIFT). Innerhalb der Rickettsiengruppen besteht eine starke Kreuzreaktivität, sodass zwischen R. conori und R rickettsii serologisch nicht differenziert werden kann. Die Anamnese gibt allerdings Aufschluss, um welche Erkrankung es sich handelt. Die früher durchgeführte Weil-Felix-Reaktion, welche auf einer Kreuzreaktion mit verschiedenen Proteus-Stämmen beruht, sollte nicht mehr eingesetzt werden.

Quelle: http://www.labor-enders.de/431.html

 

Zusätzliche Magnesiumzufuhr wird den Rickettsien Patienten nicht empfohlen, weil es bewiesen ist, dass diese Substanz den Erreger in vitro wachsen lässt.

Der Eisenwert ist  bei vielen Patienten zu niedrig. Das ist zurückzuführen auf die Tatsache, dass der Erreger den Eisenvorrat des Kranken verbraucht. Damit der Eisenwert sich normalisiert, braucht man also nur gegen den Erreger antibiotisch oder mit Frequenztherapie vorzugehen. Der Eisenwert wird sich nach der Behandlung normalisieren. Klingt aber viel leichter als getan!

 

externe Links:

Neuartiger Schnelltest für Rickettsien-Infektionen:
http://www.biospektrum.de/blatt/d_bs_pdf&_id=981539.

http://flexikon.doccheck.com/de/Mycoplasma_pneumoniae
http://www.onmeda.de/krankheitserreger/mycoplasma_pneumoniae.html

Dr. C. Jadin aus Südafrika ist Spezialistin für Rickettsien, in englisch von ihr  http://lassesen.com/cfids/documents/Jadin_Poster1.pdf