Anaplasmen - Ehrlichiose und Neoehrlichia

Ehrlichiose (heute Anaplasmen)

sowie Babesiose und Bartonellen gehörten früher zur Familie der Rickettsien, Katzenkratzkrankheit. Sie alle sind oft Mischinfektionen mit Lyme-Borreliose und zählen ebenfalls zu den Zoonosen = Übertragung auch durch Hunde, Katzen, Pferde, Wiederkäuer)
Ehrlichien heißen heute Anaplasmen. Sie wurde früher als Humane Granulozytäre Ehrlichiose (HGE) bezeichnet. Heute als Humane Granulozytäre Anaplasmose (HGA.  Eine Übertragung von Hund zu Mensch ist nur durch direkten Blutkontakt möglich.
Anaplasma Phagocytophilum sind Rickettsien verwandte Bakterien. Sie vermehren sich in den neutrophilen Granulozyten  und  Monozyten und werden durch Ixodes Ricinus (Holzbock) übertragen.  Anaplasmen und Borrelien Infektionen weisen eine ähnliche klinische Symptomatik auf.

Symptome:

Die Symptome sind meistens Fieber, was man bei der Borreliose eher weniger kennt, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Weil Anaplasmen nicht anzüchtbar sind, werden sie auch selten diagnostiziert.

Die spezifische Zellaffinität:

Ehrlichien sind kleine, obligat intrazellulär lebende, gramnegative Bakterien. Die verschiedenen Arten haben im Laufe der Evolution eine spezifische Zellaffinität entwickelt. Einige leben ausschließlich in Granulozyten, andere nur in Monozyten. Eine Art, die allerdings (soweit wir wissen) beim Menschen nicht vorkommt, lebt in Thrombozyten. Sie gehören zur Familie der Rickettsien.

Ältere, klassische Systematik, eine ältere Klassifikation, welche man aber noch oft in der Literatur findet:

Rickettsiaceae: (Diese Familie wird hierbei in drei Gruppen unterteilt)

  • Rickettsieae mit den Gattungen: Rickettsia, Rochalimaea, Coxiella

  • Ehrlicheae mit den Gattungen: Ehrlichia, Cowdria, Neorickettsia

  • Wolbachieae mit den Gattungen: Wolbachia, Rickettsiella

(Quelle: Wikipedia)

Akute Erkrankungen wurden fast ausschließlich in den Sommermonaten beobachtet.

Leitsymptome der HGE (nach Walker)

Fieber 100%

Myalgien 98%

Rigor 95%

Gewichtsabnahme 37%

Schwindel 39%

Erbrechen 34%

Lymphknotenschwellungen 2%

Durchfälle 10%

Leibschmerzen 8%

Verwirrtheit 17%

Exanthem 2%

Leukopenie 50%

Thrombopenie 92%

Transaminasenerhöhung 91%

53% der bisher bekannten Patienten wurden hospitalisiert, 5% starben.

Nicht immer verläuft die HGE spontan limitiert. Schwere Komplikationen inklusive letaler Verläufe wurden wie bei der HME bekannt. Neben neurologischen Komplikationen bis hin zur Meningitis in der Akutphase konnten auch Panzytopenien durch Befall der Vorläuferzellen im Knochenmark beobachtet werden (Klein 1997).

Da die Erkrankung chronisch verlaufen kann, sind rekurrierende Fieberschübe mit schweren Allgemeinsymptomen gelegentlich zu beobachten. Bei einem eigenen Fall konnten wir nachvollziehen, daß sich der Betroffene 1990 in Kansas/USA nach multiplen Zeckenstichen infiziert hatte. Über acht Jahre traten die Fieberschübe zunächst etwa in vierzehntägigem Abstand, später etwa alle zwei Monate auf. Immer wieder wurden umfangreiche serologische und klinische Untersuchungen veranlaßt, die keinerlei tragfähige Diagnose erbrachten. Erst im August 1998 konnte durch Nachweis spezifischer Antikörper und Bestätigung mit dem Westernblot die Ätiologie geklärt werden. Nach dreißigtägiger Doxycyclintherapie wurde der Patient erstmals seit Jahren wieder beschwerdefrei.

Guter Link dazu: http://www.jenagen.de/index.php/humandiagnostik/Borreliose/ehrlichiose

Tests:

Mit einem Elispot-LTT kann man sie auffinden. Konsiliarlabor für Ehrlichien http://www.lgl.bayern.de – dort gibt es auch noch weitere Untersuchungsmethoden

siehe dazu auch:

http://www.laborzentrum.org/lvz-inhalt.htm alle Tests mit guter Beschreibung

http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/e/Ehrlichiose.htm

http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-k/2291.pdf

Anaplasma_phagocytophilum

ist wieder ein anderer Typ. Das ist eine akute fieberhafte Infektion mit Anaplasma phagocytophilum, einem obligat intrazellulären Bakterium, das sich in weißen Blutkörperchen vermehrt. Sie wurde erst 1994 als eigenständige Krankheit erkannt. Anaplasma phagocytophilum ist nach derzeitigem Wissensstand der einzige humanpathogene Vertreter der Gattung Anaplasma, welche mit den nahe verwandten Gattungen Ehrlichia und Neorickettsia in die Familie Anaplasmataceae der Ordnung Rickettsiales (Á-Proteobakterien) gestellt wird. Das obligat intrazelluläre Bakterium verfügt über eine äußerst dünne Zellwand ohne Lipopolysaccharide (LPS) und ohne Peptidoglycanschicht, die durch eingelagertes Cholesterol stabilisiert wird. Die Resistenz gegen mechanische Beanspruchung und andere Umwelteinflüsse ist entsprechend gering, sodass Anaplasma phagocytophilum auf Reservoirwirte und zur Übertragung auf Zecken angewiesen ist.
Weitere Informationen hier in einem pdf über Anaplasma phagocytophilum: http://www.google.de

 

Neoehrlichia

3.6.14: Jetzt stellt sich heraus, dass eine weitere – dem Fleckfieber verwandte – lebensgefährliche Krankheit ebenfalls von Zecken übertragen wird: Neoehrlichia. Forscher um Christine Wenneras von der Sahlgrenska Akademie aus Göteborg berichten darüber in der Medizin-Zeitschrift 'Clinical Infectios Diseases'.

Neoehrlichia ist nach dem Bakterium benannt, das die Erkrankung auslöst: Neoehrlichia mikurensis. Erstmals geriet das Bakterium 2010 ins Visier der Wissenschaftler und Ärzte. Bislang wurden in Europa 19 Fälle einer Infektion mit Neoehrlichia registriert. Die tatsächliche Zahl durfte aber wesentlich höher liegen, da die Krankheit den meisten Ärzten nicht bekannt ist und es nach wie vor keinen Schnelltest auf diese Krankheit gibt.

Symptome:

Die Symptome einer Neoehrlichia-Erkrankung sind unter anderem Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen. Lebensgefährlich wird die Erkrankung dadurch, weil sie auch Auswirkungen auf die Blutgefäße hat: Sie verursacht Thrombosen, Embolien und Aneurysmen, also Gefäßverschlüsse und –aussackungen. Der Mechanismus, wie es zu diesen schwerwiegenden Krankheitsbildern kommt, ist noch nicht geklärt.

Besonders gefährdet sind nach Ansicht der Ärzte Menschen über 50 Jahren und alle, die an einer hämatologischen oder rheumatischen Krankheit leiden und deshalb eine Behandlung bekommen, die das Immunsystem dämpft. Kortison und Chemotherapien haben solche Auswirkungen.

Behandlung:

Gute Nachricht dabei: Wird eine Infektion mit Neoehrlichia festgestellt, dann lässt sie sich mit dem Antibiotikum Doxycyclin vollständig heilen.
Lies mehr über Neoehrlichia: Neue lebensgefährliche Zecken-Krankheit entdeckt - RTL.de bei www.rtl.de