Aktuelle News
Nosokomiale Infektionen
"Ein anderer Blick auf das Thema chronische Infektion: nosokomiale, also im Krankenhaus erworbene Infektionen. Viele der Erreger sind multiresistent, und die betroffenen Patienten befinden sich in schlechter Abwehrlage.
Vermutlich wird es für die Zukunft wichtig sein, bei unklaren Krankheitsbildern auch nach den hier angegebenen Erregern zu suchen und zu schauen, welche unserer alternativmedizinischen Konzepte hier greifen." Kommentar einer Ärztin
Auszug aus http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=78037:
Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer globalen Ausbreitung resistenter Infektionserreger in einer „postantibiotischen Ära ohne Option einer kausalen Therapie von Infektionskrankheiten wegen klinischer Unwirksamkeit aller verfügbaren antimikrobiellen Substanzen“ (3–5). Denn weltweit seien nur zwei Antibiotika mit innovativem Wirkmechanismus in der klinischen Entwicklung. Die Folge eines Interessenkonflikts zwischen Industrie und Gesundheitsversorgung: Je gezielter Antibiotika angewandt werden, je ausgeprägter also das Bewusstsein für die gebotene Zurückhaltung gerade auch bei den neueren Reservemedikamenten ist – gefördert durch „antibiotic stewardship“ –, desto geringer ist der Anreiz für Firmen, in Neuentwicklungen zu investieren (5). Gegen gramnegative Bakterien sei für die kommenden zehn Jahre mit gar keinem innovativen Antibiotikum auf dem Markt zu rechnen, stellte Kern beim Kongress für Infektiologie und Tropenmedizin in Köln fest. Lesen Sie weiter im o.g. Link.
FSME-IMPFSTOFF TICOVAC vom Markt genommen
1.6.10: Das "Ärztetelgramm" informiert:
EINE ZU SPÄTE MARKTRÜCKNAHME
Mit Wirkung vom 16. Maerz 2001 verzichtet die Firma Baxter auf die Zulassung
des FSME-Impfstoffes TICOVAC (1). Der Impfstoff darf daher ab sofort nicht
mehr in Verkehr gebracht werden. Die Marktrücknahme bedeutet, dass jetzt nur noch Erwachsene und Kinder über
12 Jahre gegen FSME geimpft werden können. Hierfür steht das deutlich besser
verträgliche ENCEPUR zur Verfügung. Zeitgleich rückt das
Paul-EHRLICH-Institut (PEI) von der Impfempfehlung für Kinder ab: "Insgesamt verläuft die FSME-Erkrankung im Kindesalter im Vergleich zum
Erkrankungsverlauf bei Erwachsenen leichter und heilt fasst immer ohne Folgeschäden aus. Bleibende neurologische Schäden sind eine Rarität... Durch
Erhebung des Paul-EHRLICH-Instituts konnte ... kein
Fall einer schwer verlaufenden FSME-Erkrankung bei Kindern bis 16 Jahre im
Zeitraum 1997/98 in Deutschland eruiert werden". Lesen Sie weiter im obigen Link.
4.5.10: Tropisches Virus in Deutschland nachgewiesen - Sindbis-Virus in Weinheim aufgetreten.
Das kam heute im Fernsehen, direkt vor unserer Haustür, in Weinheim, haben sich Betroffene dieses Virus durch Stechmücken eingefangen. Im baden-württembergischen Weinheim wiesen Forscher den Erreger gleich in drei Mückenarten nach.Das Sindbis-Virus ist in Afrika zuhause. Eine Infektion ist für gewöhnlich harmlos. Selten kommt es zu fieberhaften Erkrankungen. Doch die sind dann mit heftigen Hautausschlägen und Rheuma-Beschwerden verbunden. Das Problem: Das Virus wird von tropischen Mücken übertragen, die inzwischen auch hierzulande heimisch sind. Das Fernsehen berichtete mit dem Aufreten in Weinheim im Zusammenhang mit entzündlichen Gelenkerkrankungen. Also eine Athritis oder Rheuma könne auch von den Stechmücken und diesem Virus kommen. http://www.abendblatt.de/ und http://www.welt.de/
Bornavirus
Das Borna-Virus und der Zelltod im Gehirn
16.3.10: Quelle: http://www.bio-pro.de/magazin/wissenschaft/index.html:
Unser Erinnerungsvermögen hat seine materielle Grundlage unter anderem in dem als Hippocampus bezeichneten Areal unseres Gehirns. Darum ist es schwerwiegend, wenn diese Region durch Umwelteinflüsse in ihrer Substanz geschädigt wird. Wie das Borna-Virus charakteristische Verschaltungsmuster verändern und Nervenzellen des Hippocampus zerstören kann, untersucht die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Bernd Heimrich von der Universität Freiburg.
Die Experimente können zumindest verstehen helfen, was im Gehirn nach einem Virusbefall passiert. Ein anderes Beispiel zeigt dies noch deutlicher: Heimrich und sein Team haben in einer aktuellen Arbeit am lebenden Rattenmodell untersucht, wie der Befall mit dem Borna-Virus die Verschaltungsmuster im Hippocampus verändert. Sie stellten fest, dass sich verschiedene Verbindungen zwischen den Eingängen aus anderen Gehirnregionen und den verarbeitenden Zellen im Hippocampus umstrukturieren. Im Verlauf der Infektion kommt es zur massiven Abnahme der Körnerzellen. Die Nervenfortsätze aus anderen Gehirnregionen verlieren somit ihre Kommunikationspartner. Diese Nervenfasern bilden dann – vielleicht als Ausweichreaktion – vermehrt Synapsen an Dendriten anderer Zellen im Hippocampus. Synapsen sind Kontaktstellen zwischen Nervenzellen und essenziell für den Informationstransfer im Nervensystem. Die Anzahl an Synapsen variiert in Abhängigkeit zur Infektionsdauer. Das weist deutlich darauf hin, dass sich nach einer viralen Infektion im Gehirn die neuronalen Verschaltungen reorganisieren. Weiter lesen im obigen Link.
7.1.10: In der Bornavirus-Forschung gibt es bahnbrechende neue Ergebnisse in Bezug auf die Erforschung von Depressionen und evtl. von Schizophrenie und über die Vererbung dieses Virus über die Keimbahnen. Eine Bornavirus-Infektion kann eine Quelle von Mutationen in infizierten Personen sein, vermutlich vor allem in Neuronen. In der neuen Studie fanden japanische Forscher Kopien des Bornavirus N (für Nukleoproteid)-Gen eingefügt im menschlichen Genom an mindestens vier verschiedenen Orten.
Viele Virenfossile (Bornavirus) im Genom
Im Erbgut von Menschen und anderen Lebewesen finden sich viele Sequenzen, die Viren bei einer Infektion früherer Generationen vor langer Zeit eingebaut haben. Bislang hatte man solche fossilen Spuren ehemaliger Virenattacken allerdings nur der Gruppe der Retroviren zugeschrieben. Keizo Tomonaga von der Osaka University und seine Kollegen beschreiben nun, dass auch die so genannten Bornaviren sich auf Dauer im Erbgut einer Art verewigen können [1]. Diese Viren könnten durchaus eine bislang unterschätzte Quelle von schädlichen oder innovationsfördernden Mutationen sein, so die Forscher.
Bei Bornaviren werden bei der Replikation allerdings keine Erbgutabschnitte in die Wirts-DNA integriert; das dazu nötige retrovirale Werkzeug, etwa die reverse Transkriptase zum Umkopieren von RNA in DNA, fehlt dem Virus. Trotzdem fanden die Forscher Reste der viralen EBLN-Gensequenzen in der DNA etwa in eigens infizierten Mäusen. Flankierende Abschnitte der integrierten Sequenzen deuten darauf hin, dass mobile genetische Elemente der Wirtszellen dafür verantwortlich sind: Sie kopieren sich regelmäßig selbst und reintegrieren dann an anderer Stelle erneut ins Erbgut. Bei diesem Prozess könnte der verantwortliche Apparat auch RNA der Bornaviren in DNA umgeschrieben und eingebaut haben, vermutet Cédric Feschotte von der University of Texas in Arlington [2]. Weiterlesen hier: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1018407
Anmerkung: Reverse Transkriptase: RNA-abhängige DNA-Polymerase der Retroviren erzeugt ein DNA-Provirus nachdem ein RNA-DNA Hybridmolekül entstanden ist. Reverse Transkriptase bildet aus einer RNA den zugehörigen (komplementären) DNA-Strang, normalerweise nicht möglich. Reverse-> Umkehrung. Quelle Ludwig
Tierisches Virus (Bornavirus) schlich bereits vor Millionen Jahren in menschliche DNA
Wissenschaftler der Universität Osaka in Japan fanden heraus, dass es sich um das Bornavirus handelt, das erstmals in den 1970er Jahren identifiziert wurde. Die Forscher unter Keizo Tomonaga verglichen die DNA diverser Säugetiere, darunter Menschen. Im menschlichen Genom wurde das Virus sowohl fragmentarisiert als auch Form zweier Genen gefunden, deren Funktion allerdings unbekannt ist. Das Bornavirus vermehrt sich den Forschern zufolge in den befallenen Zellkernen.Welche Bedeutung der Nachweis des Bornavirus in der menschlichen DNA hat, dürfte heftige wissenschaftliche Kontroversen auslösen.
Die grundlegenden Fragen sind dabei, ob das Virus ausschlaggebende genetische Mutationen in der Menschheitsentwicklung ausgelöst hat, ob es für Erbkrankheiten oder womöglich einen Schutz vor Krankheiten sorgt. Es gibt bereits Spekulationen, wonach das Bornavirus mit Schizophrenie oder anderen Störungen im Zusammenhang stehen könnte. Lesen Sie weiter http://www.google.com/hostednews
Die Tatsache, dass es - zumindest in Zellkulturen – sehr leicht zum Einbau viraler Genabschnitte in die zelluläre DNA und damit zu genetischen Veränderungen in diesen Zellen kommen kann, wird wahrscheinlich auch wieder zu einer Belebung der Diskussion über mögliche Bornavirusinfektionen des Menschen und deren Bedeutung bei neuropsychiatrischen Erkrankungen führen. http://www.virologie.meduniwien.ac.at/home/upload/vei/2010/0310s.pdf
Auch sehr guter Link in deutsch: Wir, Kinder von Viren beschreibt die Entwicklung der Retroviren von vor 50 Mill. Jahren bis jetzt zur Entdeckung des Bornavirus im Genom.
Auszug: Erbe am Erwachen hindern - Damals muss ein Heer von Retroviren unterwegs gewesen sein, vor etwa 50 Millionen Jahren ein zweites, das zeigen Analysen von Didier Trono, Lausanne. Diese Viren in uns haben längst die Fähigkeit verloren, sich vermehren zu lassen. Aber Unheil anrichten kann ihre genetische Information doch, deshalb wird sie in der Embryonalentwicklung stillgestellt, mit einem Protein (KAP-1), das verhindert, dass Retroviren-Genombestandteile abgelesen werden. Mäuse, in denen Tropo KAP-1 blockierte, starben rasch, in ihnen erwachte das Erbe (Nature, 463, S.237). weiter in http://diepresse.com/home/science/533680/
Weitere diesbezügliche sehr interessante Pages (engl.): http://www.sciencenews.org/view/generic/id/52925/title/Bornavirus_genes_found_in_human_DNA und http://www.wired.com/wiredscience/2010/01/bornavirus-in-human-dna/
akt. 1.6..10
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