Neu entdecktes Retrovirus XRMV in CFS- und Borreliosekranken
US-Forscher fanden bei Patienten mit chronischem Fatigue-Syndrom einen gemeinsamen Nenner: 95 Prozent wiesen Antikörper gegen ein bestimmtes Retrovirus auf, zwei Drittel der Patienten waren mit dem Virus infiziert, das auch beim Prostatakarzinom eine Rolle spielt.
Im Oktober 2009 wurde berichtet, dass 68 von 101 Patienten mit chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) in den USA mit einer neuen Art Gamma-Retroviren, xenotropic murinen Leukämie-Virus-related-Virus (XMRV) infiziert waren.
Daraufhin haben Forscher nun CFS-Kranke im Vereinigten Königreich daraufhin untersucht, um festzustellen, ob sie auch Träger des XMRV sind. Es wurden 186 UK CFS-Patienten überprüft auf das XMRV Provirus und auf das eng verwandte murine Leukämie-Virus. XMRV oder MLV-Sequenzen waren nicht in der DNA aus CFS-Patienten in Großbritannien.
Die Studie ergab keine Hinweise, dass XMRV mit CFS im Vereinigten Königreich verbunden ist. Diese Unterschiede zwischen Amerika und England können durch das unterschiedliche Bevölkerungswachstum zwischen Nordamerika und Europa in Bezug auf die allgemeine Verbreitung der XMRV Infektion begründet sein und möglicherweise auch die Tatsache erklären, dass zwei US-Gruppen XMRV bei Prostatakrebs im Gewebe gefunden haben, während zwei andere europäische Studien nicht. Alternative Erklärungen sind ebenfalls möglich. Quelle: Text und Foto http://www.microbiologybytes.com/blog/, siehe auch http://cfs-facts.blogspot.com/2010/01/indefatigable-debate-over-chronic.html
Ist CFS jetzt also eine Infektionskrankheit?
Auf eine Beteiligung des Immunsystems weist auch eine aktuelle Studie von US-Forschern um Vincent Lombardi und Judy Mikovits vom Whittemore Peterson Institute in Reno, Nevada, hin. Sie stützt die Theorie der Virusinfektion. Wie im Journal Science berichtet, konnten sie bei 68 von 101 CFS-Patienten (67 Prozent) in Monozyten des peripheren Bluts Virusgene des Retrovirus XMRV (Gammaretrovirus, Xenotropic murine leukemia virus-related virus) nachweisen (Science 2009; doi: 10.1126/science.1179052). Bei gesunden Kontrollpersonen waren nur 3,7 Prozent infiziert. Das Virus gehört zur gleichen Familie wie das AIDS-Virus und ist im Tierreich mit Lymphomen und Leukämien assoziiert. Beim Menschen ließ sich das Virus in Zellen des Prostatakarzinoms nachweisen (PNAS 2009; doi 10.1073/pnas.0906922106), der Beweis für die Assoziation des Virus mit malignen Zellen beim Menschen. Die Infektion ließ sich zudem bei besonders bösartigen Tumoren nachweisen. Nach Veröffentlichung ihrer Arbeit fanden Lombardi und Mikovits an 300 CFS-Patienten heraus, dass 95 Prozent Antikörper gegen das Virus haben. Darüber hinaus wiesen sie im Rahmen der Studie in Zellkulturen nach, dass das Virus infektiös ist. Lesen Sie weiter in http://news.doccheck.com/chde/article/183442-chronic-fatigue-schlapp-durch-viren/
Links:
http://www.cfs-aktuell.de/, insbesondere www.cfs-aktuell.de/juni10_3.htm und www.cfs-aktuell.de/november10_2.htm
sehr gute PowerPoint-Präsentation unter www.cfs-aktuell.de/
Test:
akt. 7.12.10